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zivilr. Fragen bei einer ErbGem
14.12.2008, 12:00
Beitrag: #1
zivilr. Fragen bei einer ErbGem
Moin,

eine Bekannte von mir ist durch Tod eines Verwandten "Mitglied" in einer Erbengemeinschaft geworden.

Ohne ihr Wissen ist fr ein vermietetes Objekt eine gesonderte und einheitliche Feststellungserklrung abgegeben worden.

Erfahren hat sie davon erst, als ihr Wohnsitzfinanzamt ihren EStB aufgrund der entsprechenden Feststellung gendert hat.

Welche zivilrechtlichen Mglichkeiten hat sie denn nun gegenber den anderen Beteiligten?

Kann sie eine Kopie der F-Erklrung und des F-Bescheides verlangen?

Ihr wurde ein berschuss von 3.500 zugerechnet, gesehen hat sie von den Geldern nichts, was tun ?

Was kann man noch unternehmen ?

Kann sie eigentlich darauf bestehen, sich ihren fiktiven Anteil an dem Objekt auszahlen zu lassen?

fragt

der Petz
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14.12.2008, 13:03
Beitrag: #2
RE: zivilr. Fragen bei einer ErbGem
hi,

auszahlung von einknften, nein. sie kann nur die auseinandersetzung der erbengemeinschaft angehen. das geht entweder durch zustimmung aller gemeinschafter oder ber das nachlassgericht. beim googlen hab ich rasch diesen langen beitrag gefunden.

http://www.erbrecht-ratgeber.de/erbrecht...ft_04.html

der

showbee
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14.12.2008, 13:57 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 14.12.2008 13:58 von Petz.)
Beitrag: #3
RE: zivilr. Fragen bei einer ErbGem
showbee schrieb:auszahlung von einknften, nein.

Es muss doch mglich sein, dass ein Beteiligter den ihm zustehenden Anteil der Einknfte einfordern kann, jedenfalls nach meinem Rechtsverstndnis.

Schlielich muss dieser Beteiligte doch auch die darauf entfallenen Steuern entrichten......

Es kann doch auch nicht sein, dass sich der oder die andere(n) Beteiligte(n) das Geld einverlaiben.

In diesem Fall liegen sehr verworrene Verhltnisse vor, was insbesondere dadurch erschwert wird, dass die Verwandten nicht mehr miteinander kommunizieren (ist ja keine Seltenheit).

Irdendwie muss sie doch an ihr Geld rankommen, denke ich jedenfalls.

Aber vielen Dank erst einmal fr den link, der ist zumindest sehr informativ, was die mgliche Erbauseinandersetzung angeht.
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14.12.2008, 18:05 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 14.12.2008 18:06 von phönix.)
Beitrag: #4
RE: zivilr. Fragen bei einer ErbGem
Petz schrieb:Es muss doch mglich sein, dass ein Beteiligter den ihm zustehenden Anteil der Einknfte einfordern kann, jedenfalls nach meinem Rechtsverstndnis.

Aber Petz, wir wissen doch alle, dass Einknfte nichts mit Liquiditt zu tun hat. Und genau so, wie jemand Verluste haben kann, und trotzdem gengend Geld zur Verfgung, besteht hufig die Situation, dass positive Einknfte erzielt werden, und trotzdem ist kein Geld da (planmige Tilgungen, Ansparungen fr die anstehende groe Instandhaltung...)

Und wenn es ganz verrckt kommt, hat das FA die Besteuerungsgrundlagen der Erbengemeinschaft geschtzt (--> natrlich einen berschuss), weil die zerstrittene Erbengemeinschaft nicht in der Lage ist, eine F-Erklrung ordnungsgem abzugeben.

Und zum Inhalt des F-Bescheides: beziehe dich doch auf 183 (2) S. 3, hier sollte es doch normalerweise zu keinen Problemen kommen.

schönen Tag noch

phönix
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14.12.2008, 18:34 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 14.12.2008 18:40 von Petz.)
Beitrag: #5
RE: zivilr. Fragen bei einer ErbGem
Ja, ist ja alles richtig.

Und was ist, wenn tatschlich berschsse da sind?

Und womglich mehr als Einknfte festgestellt wurden, z.B. durch einen mglicherweisen AfA-Betrag ?

Wir wissen das alles nicht.....

Daher ja die Frage:

Welche Mglichkeiten hat man an die mglichen berschsse ranzukommen?
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14.12.2008, 21:56
Beitrag: #6
RE: zivilr. Fragen bei einer ErbGem
Hi Petz,
die berschsse stehen der Erbengemeinschaft in Gemeinschaft zu. Das ist der knackige Unterschied zur Gesellschaft, wo man ggf. Gewinnverteilungsansprche hat. Der Gemeinschafter kann entweder seinen Anteil an einen anderen Erben "veruern" und sich "auszahlen lassen" oder er muss eben auf Auseinandersetzung der Gemeinschaft drngen. vorher gibt es nichts, solange es keine Vorausvermchtnisse des Erblassers gibt. Wenn es um mehr Geld geht bzw. die anderen Gemeinschafter "bockig" sind, sollte unbedingt ein RA zugezogen werden.
Mfg
showbee
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14.12.2008, 22:59
Beitrag: #7
RE: zivilr. Fragen bei einer ErbGem
showbee schrieb:die berschsse stehen der Erbengemeinschaft in Gemeinschaft zu.

ok, du hast mich berzeugt.

Was macht man, jetzt mal rein theoretisch weitergedacht, wenn die das hoffentlich vorhandene "Erbenkonto" leergerumt haben?
Oder, falls keins vorhanden ist, alles aufs Konto des/der Miterben gegangen ist und nun nichts mehr da ist?

Ungerechtfertigte Bereicherung ?

fragt sich der Petz

PS: Der Fall ist besonders "bld", die Bekannte ist Azubine 1. Lehrjahr, muss jetzt 650 nachzahlen und hat das Geld einfach nicht.
Das ist das Problem.
Erfahren hat sie es berhaupt jetzt erst, weil sie 18 geworden ist.
Was vorher war, wei sie auch nicht.....
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15.12.2008, 09:53
Beitrag: #8
RE: zivilr. Fragen bei einer ErbGem
Wenn man das "Leerrumen" nachweisen kann (bspw. Zweitkontoauszug von Bank erstellen lassen), dann hat man einen Anspruch auf Rckgewhr an die Gemeinschaft. Auch hier nicht an sich selbst. Allerdings ist hier immer die Frage zwischen "Leerrumen" und "fehlerhafter Auseinandersetzung (formfehler)" entscheidend.

Wenn aber hier ein V+V Objekt in Rede steht und die Dame hoffentlich nicht 10 Geschwister, 8 Tanten und 7 Onkel hat, dann sollte eine Rechtsberatung Sinn machen. Wenn wirklich nur ein schmales Azubigehalt zur Lebenshaltung reichen muss, gibt es ggf. Beratungshilfe http://de.wikipedia.org/wiki/Beratungshilfe Hier muss man bei Gericht einen Beratungshilfeschein beantragen und fr eine Selbstbeteiligung von (glaub ich 10 Euro) kann man sich dann eine Erstberatung bei einem RA holen. Da sollte dann ein Petz mitgehen und ggf. einen Fachanwalt fr Erbrecht aussuchen und schon alle mglichen Papiere mit zum Termin bringen, damit der Anwalt klare Infos geben kann. Fr weitere Aufgaben an den Anwalt immer zuerts natrlich das Honorar besprechen.
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16.12.2008, 12:23
Beitrag: #9
RE: zivilr. Fragen bei einer ErbGem
Hallo,

Hinsichtlich der egF kann sich das FA doch jemanden aussuchen und ihn dazu bestimmen eine Erklrung abzugeben.
Wollen die Erben das nicht, haben sie einen gemeinsamen Bevollmchtigten zu bestimmen.
Knnen die Erben das nicht, kann von einem der Erben auch beim Nachlassgericht der Antrag gestellt werden, dass ein externer Nachlassverwalter bestimmt wird.

Auch wenn im Ergebnis spter einer der Erben den Nachlass verwalten sollte, so wird zumindest ber das Nachlassgericht eine Einigung erzielt.

Und im Grundsatz ist der bestimmte Nachlassverwalter, egal ob Erbe oder nicht, verpflichtet alle Vermgens-, Schuld-, Ertrags- und Aufwandpositionen darzulegen.

Hat ein Erbe einen begrndeten Anspruch aus dem Nachlass, kann er seinen Anspruch zuvilrechtlich gegen jeden einzelnen Miterben geltend machen - und zwar in voller Hhe.

Zumindest ist dies mein Rechtsstand.

----------
Der einzige Mensch, der sich vernünftig benimmt, ist mein Schneider. Er nimmt jedesmal neu Maß, wenn er mich trifft, während alle anderen immer die alten Maßstäbe anlegen in der Meinung, sie passten auch heute noch. -
George Bernard Shaw (1856-1950), Irischer Dramatiker und Satiriker
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16.12.2008, 15:19
Beitrag: #10
RE: zivilr. Fragen bei einer ErbGem
zaunknig schrieb:Hat ein Erbe einen begrndeten Anspruch aus dem Nachlass, kann er seinen Anspruch zuvilrechtlich gegen jeden einzelnen Miterben geltend machen - und zwar in voller Hhe.

Ja, aber einen Anspruch aus dem Nachlass hat man nur bei Vermchtnis des Erblassers bzw. nach Auseinandersetzung der Gemeinschaft. Vorher ist es eben Natur der Erbengemeinschaft, dass alles allen in Gemeinschaft zusteht.
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