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Entsendung in die USA
14.01.2009, 21:35
Beitrag: #1
Entsendung in die USA
Hallo an Alle,
internationales Steuerrecht ist nicht gerade mein Spezialgebiet. War zwar auf Schulung und hab vier dicke Ordner hinter mir, die beschftigen sich jedoch nur mit abstrusen Firmenkonstrukten und Verrechnungspreisen Sad

Mein Problem ist aber viel bodenstndiger:
AN wird vom dt. AG per Entsendevertrag in die Staaten zum arbeiten geschickt. Steuerlich ist im Entsendevertrag nichts geregelt. Arbeitslohn wird vom dt. AG wie gehabt bezahlt. Nun hat sich der AN jedoch in D abgemeldet und hat hier weder Wohnsitz noch gewhnlichen Aufenthalt. Wie sieht das nun steuerlich aus?

M.E. besteht in D keine unbeschrnkte Steuerpflicht aber eine beschrnkte aufgrund der Einknfte vom dt. AG? Zustzlich wre in den Staaten aufgrund der dortigen unbeschrnkten Steuerpflicht eine Steuererklrung abzugeben, oder?

Was gilt es noch zu beachten?
Vielen Dank fr Eure Hilfe

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14.01.2009, 21:42
Beitrag: #2
RE: Entsendung in die USA
Kiharu schrieb:...aber eine beschrnkte aufgrund der Einknfte vom dt. AG?
Nur, wenn es sich um 19er Einknfte nach 49 Abs. 1 Nr. 4 EStG handelt. Das Besteuerungrecht kann dann aber dennoch aufgrund DBA beim anderen Staat liegen. Ein Lohnsteuerabzug in D htte zudem grundstzlich Abgeltungswirkung, d. h. keine Einbeziehung in eine Veranlagung zur beschrnkten Steuerpflicht.

Im "bergangsjahr" (fr einen Teil des Jahres unbeschrnkte Steuerpflicht) muss alles in eine Veranlagung zur unbeschrnkten Steuerpflicht einbezogen werden.

Kiharu schrieb:Zustzlich wre in den Staaten aufgrund der dortigen unbeschrnkten Steuerpflicht eine Steuererklrung abzugeben, oder?
Zumindest wren irgendwie Steuern zu zahlen. Ob es auch Flle ohne Deklarationspflichten gibt (Abzugsteuern mit Abgeltungswirkung) entzieht sich meiner Kenntnis.
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14.01.2009, 22:19
Beitrag: #3
RE: Entsendung in die USA
Danke.
Da keine Einknfte nach 49 Abs. 1 Nr. 4 EStG vorliegen, keine beschrnkte Steuerpflicht in D. Also ist der AN in D raus aus der Einkommensbesteuerung. Die Sache mit dem Wegzugsjahr ist klar.

Nun frage ich mich aber, auf welcher Grundlage der dt. AG normale dt. Lohnsteuer einbehlt? 39d EStG zieht nicht, da keine Einknfte nach 49 Abs. 1 Nr. 4 EStG vorliegen.

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15.01.2009, 00:40 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 15.01.2009 00:52 von meyer.)
Beitrag: #4
RE: Entsendung in die USA
Kiharu schrieb:Nun frage ich mich aber, auf welcher Grundlage der dt. AG normale dt. Lohnsteuer einbehlt? 39d EStG zieht nicht, da keine Einknfte nach 49 Abs. 1 Nr. 4 EStG vorliegen.
Gute Frage. Vielleicht hat der AN eine Steuerkarte vorgelegt, weil er zum Zeitpunkt der Ausstellung noch gemeldet war (htte natrlich zurckgegeben werden mssen) oder es wurde einfach Steuerklasse 6 angewendet oder der AN hat eine Bescheinigung fr beschnkt Steuerpflichtige oder fr auf Antrag unbeschrnkt Steuerpflichtige (falls die Voraussetzungen vorliegen) beigebracht.

Um einen Lohnsteuerabzug vorzunehmen, braucht der AG nicht unbedingt eine Rechtsgrundlage. Hat er keine, hat er eben einen unzutreffenden Lohnsteuerabzug vorgenommen. Wink

Ach ja: Sicher, dass tatschlich ein Abzug deutscher Lohnsteuer erfolgte? Bei Entsendungen (vor allem in eher unsichere Lnder) wird hufig durch den AG ein Einbehalt "fiktiver Steuern" vorgenommen, die z. B. nach deutschem Recht berechnet werden. Hieraus begleicht der AG dann die steuerlichen Verpflichtungen im Ausland, der AN profitiert dann im Ergebnis nicht von der niedrigeren Besteuerung im Ausland, dafr bernimmt der AG die steuerlichen Risiken.

Sinn macht das, wenn man bedenkt, dass man vielleicht in Kasachstan Erdgas frdert, und vielleicht nicht mehr aus dem Land gelassen wird, weil man angebliche irgendeine gestern eingefhrte Abgabe noch nicht entrichtet hat. Steht dafr der AG dem entsprechenden Staat gegenber gerade, ist einem doch etwas wohler.
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15.01.2009, 09:45
Beitrag: #5
RE: Entsendung in die USA
Ich tippe auf die LST-Karte. Bin aber dank Deiner Antworten schon ein ganzes Stck schlauer.

Der AN ist nach Atlanta entsendet worden. Trotz Prsidentenwechsel und Wirtschaftskrise halte ich die USA aber trotzdem noch fr ein "sicheres Land". Big Grin

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15.01.2009, 09:56 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 15.01.2009 09:57 von Catja.)
Beitrag: #6
RE: Entsendung in die USA
1. Gegenfrage: Steht im Entsendungsvertrag etwas mit "Hypotax" (siehe @meyer)? Die AG machen das nmlich gerne, weil sie im Falle einer LSt.-ASuenprfung auf der sicheren Seite sein wollen und berlassen es dann dem AN, die Sache in seiner Steuererklrung wieder glattzuziehen. Ich kenne das zumindest aus eigener Erfahrung und auch von einigen Mandanten, die ich betreue.

2. Gegenfrage: Wo werden denn die Frchte der Arbeit verwertet? Oder wird evtl. von Deutschland aus der AN in Atlanta zum dortigen Einsatzort weiterberechnet?

Gru, die Catja

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15.01.2009, 10:22 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 15.01.2009 10:23 von Kiharu.)
Beitrag: #7
RE: Entsendung in die USA
Ne, von "Hypotax" steht da nichts.
Und jetzt bitte nicht lachen:
Zitat:und berlassen es dann dem AN, die Sache in seiner Steuererklrung wieder glattzuziehen.
Soll heissen? Soll er sich das Geld in D ber eine Steuererklrung wieder holen?

Zitat:2. Gegenfrage: Wo werden denn die Frchte der Arbeit verwertet? Oder wird evtl. von Deutschland aus der AN in Atlanta zum dortigen Einsatzort weiterberechnet?

Da habe ich gestern abend auch schon mal drber nachgedacht. Die Sache ist nmlich die, dass der AG hier in D zwar den Lohn weiterzahlt, diesen aber der Firma in Atlanta wieder in Rechnung stellt. Ergibt sich daraus jetzt eine beschrnkte Steuerpflicht?

Seht es mir bitte nach, dass ich in diesem Bereich mehr als unbedarft bin.

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15.01.2009, 10:30
Beitrag: #8
RE: Entsendung in die USA
Ich gehe nochmal auf die Suche, denn mit AN, die sich im Heimatland komplett abmelden, habe ich nicht zu tun.

Vorab: Hatte gerade einen Fall, in dem der AG Hypotax in der Hhe der "normalen" Steuer einbehalten hat, obwohl es sich im Rahmen der Entsendung in dem Fall um Progressionseinknfte gehandelt hatte.
Aber der AG war wenigstens so nett, fr den AN die StBs im Heimatland und im Entsendungsland zu bernehmen (ist bei Konzernen so blich).

Gru, die Catja

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15.01.2009, 11:02
Beitrag: #9
RE: Entsendung in die USA
Wenn ich es richtig verstanden habe, ist es nur fr DBA-Flle wichtig, wer wirtschaftlich den Lohn trgt (sprich, wer im DBA-Sinne als AG anzusehen ist).

Es geht in meinem Fall auch nicht um einen grossen Konzern oder so. Vielmehr ist es ein mittelstndisches Unternehmen, welches in Atlanta eine Inc. gegrndet hat um auf dem amerikanischen Markt Fuss zu fassen. Zum Aufbau der Inc. wurden einige AN des dt. Unternehmens nach Atlanta versendet und sind dort ttig.

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15.01.2009, 11:49
Beitrag: #10
RE: Entsendung in die USA
Da hast Du recht (mit dem DBA).

Warten wir mal auf @Petz...

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