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GmbH & Co.KG
27.05.2010, 09:02
Beitrag: #1
GmbH & Co.KG
Hallo,

ich habe schon jede Menge graue Haare bekommen und wenn ich nicht bald zu einer Lsung komme raufe ich die mir auch noch aus.

Ich habe eine GmbH & Co. KG an der die GmbH (ganz untypisch) mit 10% als Komplementrin am Gewinn und Verlust beteiligt ist. Dann gibt es zwei Kommanditisten mit je 45%. Am Stammkapital der GmbH sind die beiden Kommanditisten mit je 50% beteiligt. Die KG selbst hat ein Grundstck und mietet darber hinaus einen Lagerplatz vom Kommand. A. Nun will A alles unentgeltlich auf seinen Sohn bertragen.

Problem: Bei der Bewertung der Kompl.-GmbH sind die Ertragsaussichten aus ihrer Beteiligung an der KG zu bercksichtigen. Es ist ja wohl nach wie vor so, dass die Zurechnung zum Sonder-BV der Zurechnung zum Betriebsvermgen eines Gesellschafters vorgeht. D.h. das die GmbH-Anteile des A als Sonder-BV in der KG anzusehen sind. Um den Wert der GmbH-Anteile ermitteln zu knnen muss aber der Wert der der Beteiligung an der KG bekannt sein, der Wert der KG hngt aber (auch) vom Wert der GmbH-Anteile ab. Wo fange ich an mit der Bewertung, bei der GmbH oder der KG?

LG T.D.

„Die Unkenntnis der Steuergesetze befreit nicht von der Pflicht zum Steuerzahlen. Die Kenntnis aber häufig.“

Baron Rothschild
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27.05.2010, 14:23
Beitrag: #2
RE: GmbH & Co.KG
Hallo,

der Denkfehler liegt darin, dass das Sonder-BV getrennt von der KG zu betrachten ist.

Du ermittelst als erstes den Wert der KG. Somit erhlst Du die die Vermgenswerte fr jeden Beteiligten Gesellschafter (Gesamthandvermgen), also auch fr die GmbH

Mit dem Vermgensanteil der GmbH lsst sich nun auch der Wert der GmbH und somit die Gesellschaftsanteile der beteiligten Gesellschafter ermitteln.

Jetzt hast Du sowohl die Anteile an der KG (reine Mitunternehmeranteile) als auch an der GmbH (Sonder-BV) ermittelt und hast einen bertragungswert.


Und ich wre dankbar, wenn noch jemand meine Auffassung teilen wrde, denn ich bin definitiv zu lange aus dem Steuerjob raus um das jetzt hundertprozentig sicher zu vertreten. (Schm)

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Der einzige Mensch, der sich vernünftig benimmt, ist mein Schneider. Er nimmt jedesmal neu Maß, wenn er mich trifft, während alle anderen immer die alten Maßstäbe anlegen in der Meinung, sie passten auch heute noch. -
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28.05.2010, 12:28
Beitrag: #3
RE: GmbH & Co.KG
Hallo,

so hnlich habe ich mir das auch vorgestellt. Ich wollte mit der KG anfangen dabei aber das SBV nur mit dem gemieteten Grundstck bercksichtigen, die GmbH-Anteile also ersteinmal raus lassen. Ich denke dass ich das so machen muss, da ich ja einen Anteil fr die GmbH am BV der KG brauche.

Dann ermittle ich nach dem Stuttgarter Verfahren den Wert der GmbH-Anteile um danach mit diesen Werten das BV der KG endgltig erneut zu berechnen.

Danke fr den Brainstorm
LG T.D.

„Die Unkenntnis der Steuergesetze befreit nicht von der Pflicht zum Steuerzahlen. Die Kenntnis aber häufig.“

Baron Rothschild
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28.05.2010, 13:27 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 28.05.2010 13:28 von Dragon.)
Beitrag: #4
RE: GmbH & Co.KG
tolledeu schrieb:Dann ermittle ich nach dem Stuttgarter Verfahren den Wert der GmbH-Anteile um danach mit diesen Werten das BV der KG endgltig erneut zu berechnen

Stuttgarter Verfahren gibt es seit dem 01.01.2009 nicht mehr - wegen nderung des ErStG und des BewG

Folgendes gab es in Haufe dazu
Zitat:1 Bewertung der GmbH & Co. KG (HaufeIndex: 2262330)
Die Bewertung der Beteiligung an einer GmbH & Co. KG erfolgt mit dem gemeinen Wert (12 Abs.5 ErbStG i. V. m. 151 Abs.1 Satz1 Nr.2, 97 Abs.1 Satz1 Nr.5, 109 Abs.2, 11 Abs.2 BewG). Hierfr kann - wenn keine vorrangig zu beachtenden zeitnahen Verkufe unter fremden Dritten innerhalb eines Jahrs vor dem Bewertungsstichtag vorliegen und branchentypisch ertragswertorientierte Verfahren nicht ausgeschlossen sind[1] - das vereinfachte Ertragswertverfahren (199-203 BewG) angewendet werden, das sich im berblick wie folgt darstellt[2]:

Vereinfachtes Ertragswertverfahren
Bei der Ermittlung des Betriebsergebnisses (1. Schritt in obiger Abbildung) einer Personengesellschaft bleiben die Ergebnisse aus Sonderbilanzen und Ergnzungsbilanzen unbercksichtigt (202 Abs.1 Satz1 BewG). Vielmehr ist der gemeine Wert fr die Wirtschaftsgter und Schulden des Sonderbetriebsvermgens eines Gesellschafters im Rahmen einer Einzelbewertung zu ermitteln (97 Abs.1a Nr.2 BewG)[3]. Grundbesitz, Betriebsvermgen und Anteile an Kapitalgesellschaften, fr die ein Wert nach 151 Abs.1 Satz1 Nrn. 1-3 BewG festzustellen ist, sind mit dem auf den Bewertungsstichtag festgestellten Wert anzusetzen. Das gilt unabhngig davon, wie der Wert des Gesamthandsvermgens ermittelt wird (marktbliches Verfahren, vereinfachtes Ertragswertverfahren oder Substanzwert). Der Wert des Sonderbetriebsvermgens ist nur fr den Gesellschafter zu ermitteln, dessen Anteil bertragen wird. Wegen der Einzelbewertung des Sonderbetriebsvermgens erfolgt weder beim Erwerb von Gesellschaftsanteilen mit Sonderbetriebsvermgen noch beim Erwerb von Gesellschaftsanteilen ohne Sonderbetriebsvermgen eine Korrektur des Betriebsergebnisses um die mit diesem im Zusammenhang stehenden Ertrge und Aufwendungen der Gesellschaft. 202 Abs.1 Satz2 Nr.3 BewG bleibt hiervon unberhrt[4]. Die Anteile an der Komplementr-GmbH gehren zum Sonderbetriebsvermgen des Kommanditisten, sofern sich die GmbH auf die Fhrung der Geschfte der KG beschrnkt[5] oder wenn der anderweitige Geschftsbetrieb nur von ganz untergeordneter Bedeutung ist[6].
Die Beteiligung an der Komplementr-GmbH ist nach 12 Abs.2 ErbStG i. V. m. 151 Abs.1 Satz1 Nr.3, 11 Abs.2 BewG ebenfalls mit dem gemeinen Wert zu bewerten. Hierfr kann wiederum das vereinfachte Ertragswertverfahren (199-203 BewG) angewendet werden, wenn es nicht zu offensichtlich unzutreffenden Ergebnissen fhrt (199 Abs.2 BewG). Es ist aber zu beachten, dass die Beteiligung der GmbH als Komplementrin an der KG nach 200 Abs.3 BewG gesondert neben dem Ertragswert mit einem eigenstndig zu ermittelnden gemeinen Wert anzusetzen ist. Im Gegenzug werden die Ertrge aus der Beteiligung bei der Ermittlung des Ertragswerts abgezogen (202 Abs.1 Satz2 Nr.2f i. V. m. 200 Abs.3 BewG)[7]. Erzielt die Komplementr-GmbH lediglich Ertrge aus ihrer Beteiligung an der KG und betreibt sie ansonsten keine Geschfte im eigenen Namen, kann somit u. E. analog der bisherigen Handhabung der Verwaltung der gemeine Wert der Anteile ohne Bercksichtigung der Ertragsaussichten mit dem Substanzwert (11 Abs.2 Satz3 BewG) festgestellt werden[8]. Eine eindeutige uerung der Verwaltung in den knftigen Erbschafsteuerrichtlinien wre wnschenswert.

Die Abbildung funzt leider nicht.

Ciao Dragon
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31.05.2010, 09:50
Beitrag: #5
RE: GmbH & Co.KG
Dragon schrieb:Stuttgarter Verfahren gibt es seit dem 01.01.2009 nicht mehr - wegen nderung des ErStG und des BewG

Ja klar, der Name war noch so im Kopf. Man hat dem Kind nur einen anderen Namen gegeben, viel hat sich da nicht gendert.

Danke fr den kleinen Aufsatz.

LG und schne Woche

T.D.

„Die Unkenntnis der Steuergesetze befreit nicht von der Pflicht zum Steuerzahlen. Die Kenntnis aber häufig.“

Baron Rothschild
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