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Hallo,

auch ganz nett:

Zitat:Rechnungshof fordert Abschaffung der Steuervergnstigung fr Handwerkerrechnungen Drucken E-Mail
Deutscher Bundestag 17.2.2011, hib Nr. 065
Der Bundesrechnungshof hat die Bundesregierung aufgefordert, die Steuerermigung fr haushaltsnahe Dienstleistungen abzuschaffen. Wie es in einem von der Bundesregierung als Unterrichtung (17/4641 [pdf]) vorgelegten Bericht des Bundesrechnungshofes heit, sind bei dieser in diesem Jahr zu 4 Milliarden Euro Steuerausfllen fhrenden Vergnstigung ”unvertretbar hohe Mitnahmeeffekte“ festgestellt worden.

Die Steuerermigung nach dem Einkommensteuergesetz war eingefhrt worden, um einen Beitrag zur Bekmpfung von Schwarzarbeit zu leisten. 20 Prozent der Kosten fr Handwerkerleistungen knnen bis zu einer Hhe von 1.200 Euro im Jahr steuerlich geltend gemacht werden. Der Bundesrechnungshof stellt dazu fest, im Vergleich zu illegalen Leistungen mssten auf Handwerkerrechnungen 19 Prozent Umsatzsteuer sowie die in die Preise eingeflossenen Sozialabgaben und Ertragsteuern bezahlt werden. Der Bundesrechnungshof kommt daher zu dem Schluss: ”Illegale Leistungen sind damit weiterhin deutlich gnstiger.“ Fr diejenigen, die frher Dienst- oder Handwerkerleistungen illegal einkauft htten, weil sie billiger gewesen seien oder sie sich den legalen Einkauf finanziell nicht htten leisten knnen, ”besteht daher nach wie vor ein Grund, dies auch weiterhin zu tun“.

Bei seinen Untersuchungen stellte der Bundesrechnungshof fest, dass 70 Prozent der geprften Flle von Handwerkerleistungen Steuerermigungen fr Leistungen von Schornsteinfegern betrafen, ”die der Steuerpflichtige nicht vermeiden kann, oder Arbeiten, die aus Grnden der Betriebssicherheit notwendig sind, wie das Warten von Heizungen und Aufzgen“. Fast 30 Prozent der geprften Flle von haushaltsnahen Dienstleistungen htten Steuermigungen fr Hausmeister- und Reinigungsdienste betroffen. Dazu stellt der Rechnungshof fest: ”Diese Leistungen werden ohnehin legal vergeben, weil die Kosten den Mietern und Miteigentmern nachzuweisen sind.“

Die Finanzmter htten in 80 bis 90 Prozent der Flle die Steuerermigung ohne jegliche Prfung der Anspruchsvoraussetzungen gewhrt, stellt der Bundesrechnungshof weiter fest. Auerdem seien die Steuerfestsetzungen in zahlreichen Fllen fehlerhaft gewesen. Die Finanzmter htten Steuerermigungen fr Materialkosten, Skontoabzge oder fr Neubaumanahmen gewhrt, obwohl die gesetzliche Regelung dies nicht vorsehe.

Da es keine Ansatzpunkte gebe, die aufgedeckten Probleme ”wirkungsvoll und mit vertretbarem Aufwand zu vermeiden“, empfiehlt der Bundesrechnungshof, die Steuerermigung auf haushaltsnahe Dienstleistungen und fr Handwerkerleistungen abzuschaffen. Die Steuerermigung fr haushaltsnahe Beschftigungsverhltnisse sowie fr Pflege- und Betreuungsleistungen war nicht Gegenstand des Rechnungshofberichts.
Das wussten sie doch vorher schon, was sich daraus ergibt.
Ein Brokratiemonster, sptestens seit Teile der Betriebskostenabrechnung in Ansatz kommen. Grundstzlich finde ich, war die Idee mal eine sinnvolle Anti-Schwarzarbeit Subvention. Ggf kann man sie retten, indem man nur Einzelmanahmen ab 500 Brutto frdert.
Hallo,

Ich halte das ganze Monster fr eine vllig unntige Subventionsmaschinerie.

Wenn ich als Handwerker mein Geld schwarz verdienen will, dann komme ich meinem Kunden hinsichtlich seiner Steuersparmglichkeiten im Preis entgegen. Warum sollte mich die Mglichkeit einer steuerlichen Bercksichtigung davon abhalten anders als bisher zu verfahren.

Solche Manahmen hat es frher auch schon gegeben, sogar mit dem gleichen Argument. Geholfen hat es auch damals nicht.

Das ist eben immer die Problematik. Wrde man auf politischer Ebene eine Kosten-Nutzen-Analyse starten und dabei eben auch die Verwaltungskosten und kologische Kosten einbeziehen, dann gbe es eine ganze Reihe von Umsetzungsmanahmen gar nicht.
Aber es handelt sich immer um politische und nicht-wirtschaftliche Entscheidungen, die zudem profilwirksam verkauft werden knnen. Und die Frderung des eigenen bzw. des Parteienprofils wiegen eben mehr als jede wirtschaftliche Tragnisberechnung.


Zu einer Zeit als Frderung der Werften oder des Tagebaus in der Diskussion standen, hat man lieber pro Kopf 60.000 DM ber Subventionen investiert, als die Leute mit vielleicht 30.000 DM in einer Auffanggesellschaft unterzubringen und hinsichtlich vernnftiger beruflicher Qualifizierung dem Markt wieder zugnglich zu machen.

Auch habe ich bis heute nicht verstanden, wie im Bereich der Landwirtschaft einerseits Produktionsmanahmen ber Strafgelder so eingegrenzt werden, dass die betroffenen Unternehmen nicht mehr existieren knnen, andererseits aber berquoten geschaffen werden, die dann abgekauft und vernichtet oder zu Dumpingpreisen exportiert werden, um dann ber den Reimport dem Markt wieder zugnglich zu machen.

Politik doktert eben zu oft an einzelnen Symptomen und nicht an den Ursachen der Problematiken.

Eigentlich gehrt das gesamte Steuersystem reformiert und modernisiert. Es msste von Grund auf neu gefasst werden.
Man stelle sich mal vor, ein IT-Handbuch fr eine Software, welches vor Jahrzehnten mal geschrieben wurde und immer wieder mal ergnzt, erweitert und gendert wird, lge als Handlungsunterlage vor (auch wenn man mitunter den Eindruck bekommt, dass die tatschlich so geschrieben und fortgefhrt werden).
Aus Sicht des StB (und auch des Stpl.) ist es kein so groartiges Brokratiemonster mehr, seit nicht mehr zwingend Originalrechnungen und Zahlungsnachweise beigebracht werden mssen.

Vorher war es indes ein absolut unverhltnismiger Zusatzaufwand bei der Erstellung von Steuererklrungen.

Ansonsten denke ich, dass Schwarzarbeit nur in geringem Umfang in offizielle Abrechnungen dadurch umgewandelt wird, spart man doch gerade einmal ungefhr die USt. Der Nachlass des Handwerkers aufgrund seines "Steuervorteils" drfte bereits ber den 20% liegen.

Kann aber sein, dass es dem ein oder anderen, der steuerehrlich ist, leichter fllt, Handwerker zu beauftragen, es knnte also durchaus einen gewissen konjunkturbelebenden Effekt haben.
naja.. das mit dem nichterbringenmssen der nachweise halte ich pershnlich eher fr problematisch.

Wie ich bei einer Klimatagung hren musste, werden bei ElsterFllen die 35a Aufwendungen ohne anforderungen von nachweisen durchgewunken, wenn es nicht mehr als 500 sind.

wo bleibt denn da die steuergerechtigkeit... kein StB wrde da falsche Werte angeben.. aber jeder private knnte da 450 Eintragen, und falls es angefordert wird, sind die originalunterlagen bei der Post verschtt gegangen...

einzelnachweis bei Rechnungen ber 500 und bei Rechnungen darunter darunter kein 35a fnd ich ne tolle idee @ showbee.

lg, Jive
(22.02.2011 17:28)Jive schrieb: [ -> ]Wie ich bei einer Klimatagung h�ren musste, werden bei ElsterF�llen die 35a Aufwendungen ohne anforderungen von nachweisen durchgewunken, wenn es nicht mehr als 500 � sind.
Die Zeiten werden rauher.

Ich habe heute den ersten ESt-Bescheid bekommen, in dem Schornsteinfegerkosten von € 145 (als einzige 35a - Aufwendungen) wegen Barzahlung nicht berücksichtigt wurden.
Zitat:...wegen Barzahlung nicht berücksichtigt wurden.
Das ist aber schon immer so, und wurde schon immer gnadenlos gestrichen.
Zitat:Wenn ich als Handwerker mein Geld schwarz verdienen will, dann komme ich meinem Kunden hinsichtlich seiner Steuersparm�glichkeiten im Preis entgegen. Warum sollte mich die M�glichkeit einer steuerlichen Ber�cksichtigung davon abhalten anders als bisher zu verfahren.

Das bringt es eigentlich schon auf den Punkt. Einige Bargeld-Branchen sind halt sehr anfällig für solche Praktiken.




Gruß
(31.01.2013 13:44)Opa schrieb: [ -> ]Das ist aber schon immer so, und wurde schon immer gnadenlos gestrichen.
Nicht bei uns im ehemals Big Grin reichen Süden
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