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Elektronische Signatur vs. Kleinbetragsrechnung - Druckversion

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Elektronische Signatur vs. Kleinbetragsrechnung - Catja - 01.12.2008 09:33

Hallo Kollegen,

wie ist nach Eurer Auffassung mit denjenigen elektronisch versandten Rechnungen (< 150 €), die keine oder keine ausreichende elektronische Signatur haben, umzugehen?

Mein Ansatz war ja (bisher), zu sagen, dass die höheren Anforderungen des § 14 Abs. 3 UStG für eine Kleinbetragsrechnung für den Vorsteuerabzug nicht maßgebend sind.

Nun kam aber die Diskussion auf, ob bei so einer, auf elektronischem Weg übersandten, "Rechnung" überhaupt ein "Dokument" (§ 14 Abs. 1 Satz 1 UStG) vorliegt? Wenn "nein", dann müsste ich ja doch wieder eine Papierrechnung oder eine ordnungsgemäße Signatur anfordern?

Grüße, die Catja


RE: Elektronische Signatur vs. Kleinbetragsrechnung - Clematis - 01.12.2008 09:45

Seh ich auch so, und versuch auch durchgehend den Leuten klarzumachen, dass die per Email verschickten Telefon-Rechnungen ohne Signatur nicht zum Vorsteuerabzug berechtigen.


RE: Elektronische Signatur vs. Kleinbetragsrechnung - Catja - 01.12.2008 09:46

Siehst Du wie?

Vorsteuerabzug bei Rechnungen unter 150 € ja oder nein?

Gruße, die Catja


RE: Elektronische Signatur vs. Kleinbetragsrechnung - Vorwitzig - 01.12.2008 10:46

ich denke nicht, weil die Problematik bei den per E-Mail ohne elektr. Signatur verschickten Rechnungen - unabhängig von der Höhe des Rechnungsbetrages - darin besteht, dass diese jederzeit verändert werden können.


RE: Elektronische Signatur vs. Kleinbetragsrechnung - Catja - 01.12.2008 10:54

Ich weise zwar schon seit geraumer Zeit alle Mandanten darauf hin, dass ggf. die Rechnungen noch in Papierform anzufordern sind, aber das funktioniert nur sehr schleppend.

(Mal ganz abgesehen davon, dass der Rechnungsaussteller dann ggf. ein Problem kriegen könnte, weil ja evtl. dann zwei Rechnungen "in der Welt" sind: 1 x als .pdf und 1 x in Papierform).

Gruß, die Catja


RE: Elektronische Signatur vs. Kleinbetragsrechnung - limo - 01.12.2008 11:17

Hattet ihr schon Prüfungen wo auf die Signatur eingegangen wurde (egal ob >/< 150 €)?


RE: Elektronische Signatur vs. Kleinbetragsrechnung - Catja - 01.12.2008 15:31

Nein, aber derzeit wird auf dem Problem auch auf jedem zweiten Seminar rumgehackt, - ohne dass mir einer verbindlich sagen könnte, ob die hohen Anforderungen bzgl. der Signatur nun auch für Rechungen < 150 € gelten oder nicht.

Nächste Woche hab ich aber wieder einen USt-Sonderprüfer im Haus (für einen, bei dem keine einzige elektronische Rechnung vorliegt), - den werde ich mal fragen, wie das amtsseitig gehandhabt wird.


RE: Elektronische Signatur vs. Kleinbetragsrechnung - showbee - 01.12.2008 16:02

Nur zur info: die EG MwStSystRL enthält in Art. 232ff. keine Erleichterungen von Signaturpflicht für Kleinbetragsrechnungen. Art. 238 (Kleinbetragsrng) enthält explizit keine Verweise auf Art. 232ff. Also europarechtlich keine Stütze, es kommt auf den dt. Gesetzgeber an.

http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=OJ:L:2006:347:0001:0118Big GrinE:PDF


RE: Elektronische Signatur vs. Kleinbetragsrechnung - showbee - 01.12.2008 16:05

RL


RE: Elektronische Signatur vs. Kleinbetragsrechnung - Catja - 01.12.2008 16:16

Danke Showbee!

Nicht, dass es mich übermäßig begeistern würde, auch für 10,16 € eine Rechnung auf Papier anzufordern...

Dann spinne ich das aber mal weiter:

Unternehmen verschickt Rechnung erst als .pdf und, - nachdem ich die fehlende Signatur moniert habe, kommt die Rechnung nochmal per Post.

Jetzt sind doch über ein- und dieselbe Leistung zwei Rechnungen mit gesondertem USt-Ausweis in der Welt. Müsste das leistende Unternehmen jetzt nicht die USt auch zwei mal abführen?